Wie man Trinkwasser während des Covid19 hygienisch sicher hält

Ein Leitfaden für Krankenhäuser, Altenheime, Gemeinden, Schulen und Universitäten, Hotels, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und geschlossene Gebäude im Allgemeinen

Eine der Folgen des Coronavirus war, dass viele Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, wie Kindergärten, Schulen, Universitäten, Hotels, Wohnheime, Ferienheime, Altenheime und andere gewerbliche und private Gebäude geschlossen oder verlangsamt wurden. Dies führt als Nebeneffekt dazu, dass die Sanitäranlagen in diesen Räumen weniger intensiv genutzt werden und dass das Wasser in den Leitungen stagnieren kann, wenn es keine speziellen Spülsysteme oder automatische Öffnung des Wasserflusses gibt. Dies kann zur Vermehrung von sehr gesundheitsschädlichen Mikroorganismen führen, darunter insbesondere Legionellen. Dieses Bakterium entwickelt sich in stagnierendem Wasser zwischen 20°C und 45°C. Wenn wir heiße Wasserdämpfe einatmen, die den Erreger enthalten, gelangt dieser in unseren Körper und kann eine aggressive, oft tödliche Lungenentzündung mit hohem Fieber und ähnlichen Symptomen wie bei einer Grippe oder einem Coronavirus verursachen. Eine Legionelleninfektion kann den Verlauf einer parallelen oder nachfolgenden Coronavirusinfektion verschlimmern, da sie zu einer erheblichen Schädigung der Lunge und einer gefährlichen Schwächung des gesamten Organismus führt. Ältere, immungeschwächte oder immunsupprimierte Personen sind besonders gefährdet, sich mit Legionellen zu infizieren, also die gleichen Risikogruppen wie covid19!

Vorbeugende Maßnahmen

Vorbeugende Maßnahmen sind daher notwendig, um das Risiko eines gefährlichen Ausbruchs von Legionellose nach und während des "Lockdowns" zu vermeiden, das auch von medizinischen Fachverbänden auf internationaler Ebene als hoch eingeschätzt wird. Die erste und wichtigste Präventivmaßnahme ist, dass das Trinkwasser "frisch" sein und bleiben muss. Alle Trinkwasserentnahmestellen müssen regelmäßig genutzt werden, damit das Wasser nicht in den Leitungen stagniert. Zu diesem Zweck ist ein regelmäßiger, vorzugsweise täglicher, Wasseraustausch unerlässlich. Bei der Festlegung von Präventivmaßnahmen muss daher zwischen zwei Szenarien unterschieden werden: Gebäude mit automatischen Spülvorrichtungen für das Trinkwassersystem und solche ohne automatische Vorrichtungen.

Gebäude mit automatischen Spülvorrichtungen

Diese sind mit Systemen ausgestattet, die das Wasser automatisch zirkulieren lassen, auch wenn die Anlage nicht in Betrieb ist. Ein Beispiel für diese automatischen Lösungen sind unsere batteriebetriebenen oder netzbetriebenen elektronischen Wasserhähne mit 220 V, die alle 24 Stunden nach dem letzten Gebrauch eine Wassermenge abgeben, um die "Frische" des Wassers zu gewährleisten! Die ideale Lösung nach Stillstandszeiten und insbesondere für die neue Normalität nach Covid19 ist die Verwendung von Wasserhähnen mit Fotozellen und automatischer Spülung, die eine Stagnation des Wassers und die Entwicklung von Krankheitserregern verhindern. Bei Gebäuden mit diesen automatischen Systemen empfehlen wir einfach, die elektronischen Armaturen umzuprogrammieren, um die Häufigkeit und Dauer der Spülung nach der Sperrung zu erhöhen. Unsere Armaturen mit den Sensoren 54512 und 54510 sind beispielsweise leicht per Fernbedienung programmierbar.

Installationen ohne automatische Spüleinrichtungen

Bei Anlagen, die nicht über diese automatischen Vorrichtungen verfügen, muss die Spülung während der Sperrzeit und insbesondere vor der Öffnung der Gebäude für die Öffentlichkeit manuell simuliert werden, was einen hohen Wartungs- und Kontrollaufwand erfordert. Es müssen Spülpläne erstellt werden, um die regelmäßige Nutzung aller Wasserhähne und anderer Absperrvorrichtungen (Duschen, Toiletten usw.) im Gebäude oder in der Wohnung zu gewährleisten. Zur Spülung, Desinfektion und Inbetriebnahme muss das Trinkwassersystem gespült werden. Dazu sind die Absperrstellen vollständig zu öffnen, beginnend mit der am weitesten vom Wasseraustritt entfernten Stelle. Die Spülung erfolgt abschnittsweise, beginnend mit dem Hauptventil bis zur entferntesten Entnahmestelle. Nach der Spülzeit, deren Dauer von der Größe der Anlage abhängt, werden die Entnahmestellen, beginnend mit der letzten offenen Spülstelle, nacheinander geschlossen. Nach der Wiederinbetriebnahme muss der Betreiber dafür sorgen, dass an allen Entnahmestellen regelmäßig Wasser entnommen wird und keine Stagnation des Wassers auftritt. Empfehlenswert ist auch, dass alle Entnahmestellen in einem Gebäude am gleichen Tag gespült werden. Ein hohes Maß an gleichzeitiger Entnahme begünstigt die Strömung und den Austausch von Wasser in vorhandenen Leitungen und Tanks. Die Mischer müssen sowohl auf der Kalt- als auch auf der Warmwasserseite vollständig durchgespült werden. Erfolgt dieser manuelle Simulationsbetrieb über einen längeren Zeitraum, muss die Trinkwassererwärmungsanlage zur Vermeidung von Energieverschwendung abgeschaltet werden, die Zirkulationspumpe sollte jedoch weiterlaufen. Wurde die Warmwasserheizung vor der Sperrung abgeschaltet, muss das gesamte Warmwasser- und Zirkulationssystem eingeschaltet und anschließend gespült werden. Das erwärmte Wasser ist zunächst durch ausreichende Entnahmen aus den Leitungen und ggf. aus dem Trinkwasserspeicher zu entleeren, dann ist das Warmwassersystem in gleicher Weise wie das Kaltwassersystem zu spülen.

von Ing. Jürgen Schweitzer
Industrieller Direktor

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